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Fallstudie

Wie ein CFO in 90 Tagen die Kontrolle über IT-Assets im Wert von $2 Mio. zurückgewann

Ein anonymisierter Bericht über die ersten 90 Tage einer Finanzleiterin bei der Bereinigung der IT-Ausgaben in einem Dienstleistungsunternehmen mit 280 Mitarbeitern. Der genaue 30/60/90-Plan, die entscheidenden Meetings, die erzielten Einsparungen.

IA
InventorIA Team
Veröffentlicht 2. Apr. 2026 · 11 Min. Lesezeit

Namen geändert. Zahlen real. Die CFO in dieser Geschichte — nennen wir sie Marta — trat einem Beratungsunternehmen mit 280 Mitarbeitern bei, das $2,1 Mio. jährliche IT-Ausgaben auf 142 Anbieter verteilt hatte und keinerlei einheitliche Transparenz besass. Der Vorstand hatte eine Reduktion um 15% gefordert. Sie lieferte 28% in 90 Tagen und erstellte das Dashboard, das diese Einsparungen sicherte. So geschah es.

Tag 0 — der Ausgangszustand

Kommt Ihnen das bekannt vor? Es ist der Normalzustand jedes wachsenden Unternehmens, das einige Jahre lang schnell vorangekommen ist.

Tage 1–30

Transparenz — Daten klären, bevor etwas gestrichen wird

Die ersten 30 Tage verbrachte Marta ausschliesslich damit, die einzige Wahrheitsquelle aufzubauen. Gegenüber dem Vorstand war sie explizit: keine Streichungen, keine Ankündigungen, keine Richtlinien in Monat eins. Nur Daten.

Woche 1 — Plattform auswählen, Daten aufrufen

Woche 2 — Lizenzauslastung

Woche 3 — Verträge

Woche 4 — erstes Vorstandsupdate

Tage 31–60

Streichungen und Richtlinien — Daten in Einsparungen umwandeln

Mit der stabilen Wahrheitsquelle ging es im zweiten Monat darum, zu tun, was die Daten verlangten, in Prioritätsreihenfolge, und Richtlinien zu schreiben, damit es dauerhaft bleibt.

Die Streichungen (in der Reihenfolge)

  1. Tote Tests und ruhende Tools — 11 SaaS-Abonnements direkt gekündigt. Einsparung: $84.000/Jahr.
  2. Inaktive Seats — 64 Seats bei Adobe, Slack, Notion, Zoom, GitHub zurückgefordert. Einsparung: $112.000/Jahr.
  3. Tier-Herabstufungen — Microsoft 365 E5 → E3 für 80% der Nutzer (niemand brauchte Defender, wer es brauchte, behielt E5). Einsparung: $96.000/Jahr.
  4. Anbieterkonsolidierung — ClickUp aufgegeben (alle waren bei Asana). Teams-Test gekündigt (Slack + Zoom blieben). Einsparung: $52.000/Jahr.
  5. Nachverhandlung — drei grösste Anbieter (Salesforce, Adobe, AWS) mit Nutzungsdaten neu verhandelt. Einsparung: $241.000/Jahr annualisiert.

Gesamte annualisierte Einsparungen in Monat zwei: $585.000, oder 28% der Ausgangsbasis.

Die Richtlinien (damit es dauerhaft bleibt)

Tage 61–90

Institutionalisieren — ohne persönlichen Einsatz laufen lassen

Der dritte Monat diente dazu, das Playbook über Martas persönliche Aufmerksamkeit hinaus zu skalieren. Ziel war es, die Disziplin ihren Urlaub — und ihren Nachfolger — überleben zu lassen.

Das Vorstandsupdate an Tag 90

KennzahlTag 0Tag 90
Jährliche IT-Ausgaben$2,1 Mio.$1,51 Mio.
SaaS-Auslastungsrate~58%91%
Erfasste Anbieter~142 (Schätzung)87 (real)
Asset-Abdeckung~64%98%
Unerwartete automatische Verlängerungen (90 T.)40

Die überraschende Erkenntnis

Martas Team verlor kein einziges Tool, das tatsächlich genutzt wurde. Jede Streichung war entweder ruhend, doppelt vorhanden oder wurde herabgestuft. Das Produktivitätsergebnis im nächsten vierteljährlichen Engagement-Survey stieg — weniger Tools zum Wechseln ist offenbar ein Feature.

Was Sie übernehmen können

Die 30/60/90-Struktur ist auf jedes Unternehmen zwischen 50 und 1.000 Mitarbeitern übertragbar:

Die Reihenfolge ist entscheidend. Streichungen ohne Transparenz durchzuführen ist der häufigste Grund, warum diese Initiativen ins Stocken geraten — Finance wählt das falsche Tool, die Produktivität bricht ein, und das Projekt wird politisch toxisch.

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